Hybridlokomotiven der DM 20 Plattform

Höchste Variabilität bei den Einsatzmöglichkeiten

Obwohl der Bahnsektor inzwischen moderne verbrauchs- und emissionsoptimierte Motoren der EU-Abgasstufe V einsetzt, rücken Hybrid-Antriebssysteme auch in der Schienenfahrzeugtechnik verstärkt in den Fokus. Neben der zunehmenden Elektrifizierung des Schienennetzes ist dieser Trend vor allem auf die öffentliche Präsenz der Emissionsthematik von Verbrennungsmotoren zurückzuführen. Mit der Hybridlokomotive DM 20 möchte Vossloh Locomotives diese Entwicklung signifikant vorantreiben und zielt mit dem innovativen Plattformkonzept vorrangig auf zukünftige Transportaufgaben in direkter Kombination von Rangierdienst und Güterverkehr ab.

Willkommen Zukunft

Unabhängig davon, welche Form der Energiespeicherung sich in Zukunft durchsetzen wird – ob Diesel, Batterie oder Varianten mit Wasserstoffbrennstoffzelle bzw. dem langlebigeren Wasserstoff-Kolbenmotor –, die modulare Plattform der DM 20 steht zur Integration aktueller sowie zukünftiger Energiespeicher- und Energieerzeugungstechnologien bereit. Passend zu Ihrem spezifischen Einsatzgebiet können Sie die Hybridausrüstung Ihrer Lok auswählen und somit die Ausstattung exakt auf das reale Betriebsprofil abstimmen. Für konsequent reduzierte Energiekosten sorgen eine hohe Traktionsleistung unter Oberleitung und eine ideal abgestimmte Leistung der sekundären Energiequellen (wie z.B. Dieselmotor oder Traktionsbatterie) für den Nebenstreckenbetrieb sowie Bauzugverkehr bei gleichzeitig sehr guten Rangierdienstfähigkeiten. Da auch während der Fahrt ein schneller Wechsel der Betriebsart zwischen Oberleitung und internem Energiespeicher oder Diesel-Modul erfolgen kann, erweitert das Prinzip der Hybridlokomotive den Aktionsradius und verbessert zugleich die Umwelt- und Kostenbilanz. Zusätzlich kann Bremsenergie ins Oberleitungsnetz oder in die Traktionsbatterie zurückgespeist werden, was bei Verwendung von reinen Diesellokomotiven bisher nicht möglich war. Ein weiterer Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit der DM 20 wird durch die Wirkungsgradoptimierung des Antriebsstrangs und der Hilfsbetriebe erzielt. Indem die Energiespeichermodule, wie Batterie oder Diesel, über genormte und validierte Schnittstellen integriert werden, unterstützt die Fahrzeugarchitektur nicht nur eine flexible Umsetzbarkeit unterschiedlicher Energielösungen, sondern ermöglicht zugleich einen universellen Netzzugang.

Prädiktives Wartungskonzept für eine sichere Einsatzplanung der Fahrzeuge

Eine weitere zukunftsweisende Besonderheit ist das prädiktive Wartungskonzept. Im Gegensatz zu bisher üblichen Regelinstandhaltungen ist bei der DM 20-Plattform eine weitgehend flexible, zustandsbasierte Instandhaltung der Lokomotive in Abhängigkeit von ihrer individuellen Kilometerleistung und Einsatzzeit vorgesehen. Dieses neue Prinzip gewährleistet eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Lokomotive für eine sichere Einsatzplanung der Fahrzeuge und trägt zu einer Reduzierung der pro Kilometer anfallenden Betriebskosten bei. Zudem führt die vorausschauende Instandhaltung zur Senkung der Instandhaltungskosten sowie zu einer optimalen Ausnutzung des „Lebensdauervorrats“ der jeweiligen Komponente. Hierfür wird der Zustand der Systeme für wesentliche Komponenten der Lok mit Hilfe von Grenzwerten und Überwachungslogiken ausgewertet. Das setzt natürlich eine smarte Lokomotive voraus, die dank Sensoren und GPS-Modulen kontinuierlich die komponentenbasierten Zustands- und Standortinformationen sendet. Kurzfristig ermöglicht das eine Problembehebung via Augmented Reality und unterstützt darüber hinaus auch ein digitales Flottenmanagement. Langfristig können Kosteneinsparpotenziale identifiziert und das Werkstatt-Management durch eine automatisierte Steuerung der Versorgungsströme und Prozesse optimiert werden.