Anwendungsbereiche

Ausrüstungspakete & Betriebsmodi für spezifische Einsatzbereiche

Entscheidend an der modularen Bauweise von Vossloh Locomotives ist: Jede Lokomotive kann unkompliziert mit verschiedenen Traktionen und Ausstattungen an individuelle Einsatzprofile angepasst werden. Wir analysieren den Bedarf und beraten unsere Kunden um gemeinsam die optimale Konfiguration der Lokomotive festzulegen. Das verbessert den wirtschaftlichen Betrieb über den gesamten Lebenszyklus der Lok hinweg.

Sparsamer Rangierbetrieb

Im Rangierbetrieb sind Kraftstoffeinsparungen von vorrangigem Interesse. Diese erzielen wir im Wesentlichen durch den dieselelektrischen Antriebsstrang und durch Zusatzfunktionen, wie z.B. Vossloh Eco Drive (VED), Eco Mode Switch, Start-Stopp-Funktion, den Stage IIIB/2-Mode u.v.m.

Mit dem Fahrerassistenz- und Informationssystem VED haben Sie alle Informationen zum Kraftstoffverbrauch jederzeit im Blick:

  • Kraftstoffverbrauch pro Betriebsstunde (aktueller Wert)
  • Kraftstoffverbrauch pro Kilometer (aktueller Wert)
  • Täglicher Kraftstoffverbrauch
  • Grenzwertgeber als Überfüllungsschutz
  • Gesamt-Kraftstoffverbrauch
  • Aktuelle Leistung
  • Energiezähler für Tagesverbrauch

In Verbindung mit dem ECO-Modus kann durch die Begrenzung der Dieselmotorleistung auf 1.500 kW (Einstellung erfolgt über HMI am Fahrerpult) zusätzlich das Motormanagement effizienter gestaltet werden. Neben einem geringeren Kraftstoffverbrauch bei gleichzeitig höherem Wirkungsgrad unterstützt diese Motoreinstellung ebenso eine Reduzierung der Wartungskosten. Denn die verringerte Leistung ermöglicht eine Verlängerung der Intervalle zur Motor-Überholung. Ein weiterer Vorteil, wenn im Rangierbetrieb keine Maximalleistung benötigt wird.

Da erfahrungsgemäß fast 80 Prozent der Lebensdauer einer Lokomotive auf Wartezeiten entfallen, in denen der Dieselmotor im Leerlauf läuft, trägt die Start-Stopp-Funktion maßgeblich zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bei. Weitere nennenswerte Vorteile sind die Geräuschreduzierung und die verlängerte Laufzeit der Motoren durch den wartungs- und verschleißarmen Betrieb.

Mit einer Entscheidung für die DE 18 SmartHybrid Lokomotive können die Stopp-Phasen des Dieselmotors nochmals verlängert werden, da sämtliche Hilfsbetriebe über die Traktionsbatterie laufen. Durch den Plug-In-Hybrid wird sowohl der Leerlaufanteil stark reduziert als auch eine signifikante Kraftstoffeinsparung erzielt; bei geringem Leistungsbedarf unter 400 kW punktet der Batteriebetrieb durch erhöhte Effizienz.

Komfortaufstiege unterstützen das häufige Auf- und AbsteigenDas Geschehen jederzeit & sicher im Blick: Für Rangieraufgaben ist das Mittelführerhauskonzept nach wie vor die beste Lösung. Es punktet mit einer guten Rundumsicht und der Möglichkeit eines raschen Führer pult- und Fahrtrichtungswechsels. Die sicheren und als Rangierbühnen ausgeführten Komfortaufstiege unterstützen das häufige Auf- und Absteigen. Geräumige Quergänge oberhalb der Puffer, die vom Gleis über den Komfortaufstieg erreicht werden, ermöglichen den sicheren Wechsel zur anderen Lok- bzw. Gleisseite – ohne Verlassen des Lichtraums der Lok. Ist ein Ausstieg dennoch erforderlich, wie z.B. bei der Annäherung an einen havarierten Zug, erfolgt dieser über einen sehr gut beleuchteten Umlauf.

In Verbindung mit der Aufnahme einer automatischen Rangierkupplung und dem Einbau einer Funkfernsteuerung weist die DE 18 alle Merkmale moderner Rangierlokomotiven auf. Beim Betrieb der Funkfernsteuerung muss der Triebfahrzeugführer auf dem Weg vom Führerhaus zur Rangierbühne am Fahrzeugende nicht die Lokomotive verlassen. Dadurch ist er vor dem Zugverkehr auf dem Nachbargleis ebenso geschützt wie vor Gefahrenstellen und Hindernissen neben dem Gleis. Mit der installierten Dieselmotorleistung von 1.800 kW ist ein Rangieren mit hohen Anhängelasten problemlos möglich. Die Fahrzeugunterseite der DE 18 ist so gestaltet, dass Ablaufberge und Rangiereinrichtungen ohne Einschränkung befahren werden können.

Streckengeschäft - Einsteigen und wohlfühlen

Insbesondere während des Streckendienstes ist ein Führerhaus, das sämtliche Anforderungen an eine hochmoderne Arbeitsumgebung abgedeckt, Gold wert. Bei der DE 18 ist die komfortable Ausstattung – angefangen vom durchdachten Lichtkonzept, über die ergonomische und klar strukturierte Anordnung der Bedienelemente und Anzeigen bis hin zur Klimatechnik – auf die Bedürfnisse des Personals ausgerichtet. Geschwindigkeiten bis maximal 120 km/h sind selbstverständlich; ebenso der Betrieb in Mehrfachtraktion.

Strukturiertes Fahrerpult: Alle Bedienelemente und Anzeigen sind ergonomisch und klar strukturiert angeordnet. Durch die Front- und seitlichen Schiebefenster besitzt der Lokführer eine ausgezeichnete 360°-Sicht, wobei er die Lok bis zu den Puffern sehen kann. Für noch mehr Tageslicht sorgen zwei Fenster in der Kabinentür. Ein leicht einstellbarer Sonnenschutz an Front- und Seitenfenstern verhindert eine ungewollte Blendung.

Sonnenschutz an Front- und Seitenfensterndrehbarer Fahrersitzeeinklappbarer Fahrersitze

Im Führerhaus haben Fahrer und Assistent bequem Platz. Die beiden für den Stehbetrieb einklappbaren sowie drehbaren Fahrersitze sind für ein komfortables Fahren gefedert; höhenverstellbare Fußstützen sorgen für eine sichere Position. Zugelassen ist die Lok für die Mitnahme von zwei weiteren Personen.

Klimatechnik und Umluftfunktion: Für die Lufterwärmung im Führerhaus sorgen zwei elektrisch betriebene Luftheizgeräte, die unter den Fußstützen in den Führerpultnischen montiert sind. Sie gewährleisten sowohl die Außenluftversorgung als auch das Beheizen des Führerhauses bei widrigen Bedingungen. Die Bedienung der auf dem Dach befindlichen Klimaanlage erfolgt über das Pult; durch die Umluftfunktion wird die Aufwärmzeit einer kalten Kabine beschleunigt. Die integrierte Feinstaubfilterung der Außenluft für den Einsatz in staubiger Umgebung, wie u.a. bei Einsätzen in Tunneln oder im Infrastrukturbetrieb (z.B. während der Ballastierung) arbeitet nach höchsten Qualitätsmaßstäben (M6 nach EN 779). Um das Eindringen von Rauch oder Feinstaub in die Kabine gänzlich zu unterbinden, kann der Fahrer darüber hinaus die Frischluftabschaltung vornehmen.

Sehr gute Innenausleuchtung: Die Lokomotive ist im Führerhaus mit unterschiedlichen Beleuchtungssystemen ausgestattet. Die Allgemeinbeleuchtung in Form von zwei Deckenstrahlern ist vom Führerhaus dauerhaft bzw. eine definierte Zeit schaltbar. Von außen ist die Allgemeinbeleuchtung zusammen mit der Trittstufenbeleuchtung über Drucktaster an allen vier Aufstiegen für eine definierte Zeit schaltbar. Als Teil der Notbeleuchtung kann die Allgemeinbeleuchtung bei Ausfall der Stromversorgung bis zu drei Stunden weiter verwendet werden.

Die Instrumentenbeleuchtung für Anzeige- und Bedieneinrichtungen auf den Führerpulten ist selbstverständlich dimmbar. Dies gilt auch für den Deckenspot, der als Buchfahrplanleuchte über den Führerpulten dient. Zusätzlich führt ein Fußlicht entlang der Gänge, Treppen und Zugangstüren zur Kabine für ein sicheres Orientieren.

Hochleistungsansprüche in der Baulogistik

Neben den emissions- und verbrauchsarmen Betriebsmodi für den Rangierbetrieb, stellt auch der Einsatz in der Baulogistik oft besondere Ansprüche. Daher ist es von großem Vorteil, dass die DE 18 in zeitlich unbegrenzter Dauer und bei bis zu 40°C Umgebungstemperatur mit maximaler Traktionskraft bei Schrittgeschwindigkeit operieren kann. Dies erfordert beispielsweise das Ausbringen von Gleisschotter auf Baustellen in bis zu 40 ‰ Streckenneigung.

Die funktionsredundanten Traktionsumrichter, die speziell auf diese Leistungsklasse abgestimmt sind, sorgen darüber hinaus mit hohem Wirkungsgrad und optimiertem Gleit- und Schleuderschutz auch bei schlechten Streckenverhältnissen für eine hohe Zugkraft und somit hohe Zuverlässigkeit.

In der Baulogistik sind Einsätze in Tunneln keine Seltenheit. Hierfür hat Vossloh Locomotives den Betriebsmodus „IIIB/2“ entwickelt. Im sogenannten Tunnelmodus lassen sich spezifische NOx- und Partikelemissionen um 50 % im Vergleich zum in Stufe IIIB vorgeschrieben Wert reduzieren. Damit eignet sich die DE 18 bei einer Dieselmotorleistung bis maximal 1.300 kW bestens für den Einsatz in Bereichen mit besonderen Emissionsanforderungen. Durch den Oxidationskatalysator kann auch die Kohlenmonoxid-Emission im Vergleich zum IIIB-Grenzwert um 90 % unterschritten werden. Im Führerhaus sorgt die Feinstaubfilterung der Frischluft für eine M6-Qualität nach EN 779. Außerdem kann der Fahrer auf Wunsch die Frischluftzufuhr abschalten, um das Eindringen von Rauch oder feinstem Staub in die Kabine zu vermeiden.